Stammtischpolitik am Arsch vorbei!

Als Quereinsteigerin in die Politik werde ich immer wieder gefragt, wieso ich mir das antue.  Was tu ich mir da eigentlich an? Einer meiner Gründe war diese Sache mit den Architekturwettbewerben. Bei denen meine Kollegen und ich, viel Geld, Zeit und vor allem Hoffnung investiert haben. Am Arsch vorbei! Saufen gehen oder beim Bürgermeister-Stammtisch gemeinsame, wichtige Visionen spinnen. Das ist das Gemeinde-Rezept für Aufträge. Im Siedlungswohnbau oder für einen neuen Kindergarten oder für eine Sportstätte oder oder. Das kann es doch nicht sein, dachte ich mir. Ich hatte Mut, war mega sauer und ging zu NEOS. Stammtischpolitik abschaffen – ist mein Antrieb!

Deshalb möchte ich hier wieder Vertrauen aufbauen. Eine flächendeckende Plattform auf Bundesebene aller zukünftigen Bau-Projekte entwickeln. Es soll eine transparente Darstellung der Bodenpolitik sein. Was auf welcher Fläche geplant ist. Welches Objekt gebaut werden soll und wie sind die Bewerbungskriterien, um als Planer mitmischen zu können.

Als Studentin – brav beim Praxis sammeln in Büros, lässt mich die Idee der Selbständigkeit nicht los. Mit frischem Wind wird geplant, gedacht und gezeichnet. Teams bilden sich verfolgen ein Ziel und lösen sich wieder auf. Motivation und Freude am Planen ist die oberste Prämisse. Fleissig wird gegründet ein Planungsbüro, hohe Abgaben werden charmant weggelächelt, denn die Fixkosten sind ja gedeckt. Unterm Strich bleibt nix übrig. Shit – es lebe die Wirtschaft, oder doch nicht? Fragte ich mich damals in der Masse von Start-Ups der vielen Uni-Abgängerinnen.

Mittlerweile bin ich soweit und überlege ob eine Aufnahmegrenze ein Ansatz ist. Es gibt einfach zu viele Architekt_innen in diesem Land. Was meinen Sie dazu? Mit einem Planungsbüro zu überleben ist hartes Business. Strategische Überlegungen sind an der Tagesordnung, wo gründe ich eine Niederlassung? Welche Gemeinde wird mich einladen?  Da blubbert der Korruptionssumpf nur so.

Dafür stehe ich auf: New-Comer Architektinnen die Flügel heben durch bewusste Eingliederung in größere Bauvorhaben. Klaren und bildlichen Überblick der neuen Bauprojekte schaffen. Planer_innen behalten den Überblick, können sich formatieren und bewerben. Ohne Stammtischpolitik, ohne vorher mit dem Bürgermeiser auf Urlaub zu fahren, oder wöchentlich mit ihm einen Heben gehen zu müssen. So ist das Ziel der Chancengleichheit ein Stück näher.

„Schaffen wir die Widmungen ganz ab, dann gibts auch keine Umwidmungen mehr.“ war ein Kommentar eines frustrierten Häuslbauers. Er wird sein kleines Fleckchen Grund mit Häuschen Stück für Stück abbezahlen müssen. Hackeln und sparen. Sparen und Hackeln. Umwidmungen sind Umverteilungsmaschinen, meine ich. Durch einen Federstrich vom Beamten erhöht sich der Grundstückspreis. Das ist absurd. Genau so wie die Stammtischpolitik. Ich möchte keine maßgeschneiderten Flächenwidmung nach Bausünden nachträglich anpassen oder passend für den zukünftigen Bauträger machen. Hier gilt es eine regelmäßige, flächenübergreifende, vorausschauende  Raumordnung zu pflegen. Für die Österreicherin zu denken, zu handeln und sich nicht nur an ausländische Investoren zu richten. Ein Zeichen der Wertschätzung für den Boden und vor allem für die Steuerzahlerin.

Gemeinden schaffen es durch unwissende Bürgermeister_innen Böden zu entwerten. Unfassbar! Teile der ehemaligen Herres-Areale, sollen laut Regierungsprogramm für die „Nutzung von Kasernenverkäufen für den Zweck der leistbaren Wohnraumschaffung“ reserviert werden. Umgesetzt wurde bisher noch nichts. Zum Glück! Ausländische Investoren, versuchen mittels „Arbeitstitel“ an diese Grundstücke zu kommen. Wohnraum schaffen steht bedauerlicherweise oftmals nicht an oberster Stelle. Was passiert hier bei der Stammtischpolitik – Entscheidung mit Eigennutzung? In diesen Fällen muss der Bund die Klaviatur spielen und die Spielregeln, im Sinne des Gemeinwohles, kontrollieren. Klar. Seriös. Eigenverantwortlich. Dafür möchte ich mich auch im Nationalrat einsetzen.

Wir brauchen eine Alternative zu den etablierten Parteien, einen neuen Stil und eine neue Politik für ein neues Österreich. Auf geht’s! Seien Sie ein Teil dieser Bewegung. Danke für Ihre Unterstützung am 15. Oktober.

Beste Grüße,

Ella Lang

 

Boden der nächsten Generation

Buchtipp: „Wer baut Wien?“ von Reinhard Seiß 



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